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Donnerstag, 12.07.2007, 17:33
Buchvorstellung: "Mit Trauer leben"
Es sind die TränenDie wir nicht festhalten
Nicht verstecken
Nicht verdrängen
Sondern loslassen
Die unsere Seele heilt
Es ist die Hoffnung
Auf ein Wiedersehen
Die uns am Leben hält
Nachdem ich Jills Tagebücher veröffentlicht hatte, fiel ich in ein tiefes Loch. Das Schreiben hatte mich "am Leben" gehalten. Mein Mann sagte zu mir:"Schreib doch weiter, schreib über deine Trauer, damit kannst du doch dann auch wieder anderen Menschen weiterhelfen".
Und ich fing an zu schreiben. Wie es dazu kam, dass ein Autoraser unsere Tochter tötete. Ich beschrieb wie Jill gestorben ist und wie ich die nächsten drei Jahre damit lebte. Ich schreib mir einfach alles von der Seele.
Es ist jetzt fast 5 Jahre her und ich habe gemerkt, Trauer kennt keine Zeit. Wenn man ein Kind verloren hat, hört die Trauer nie auf. Man kann nur lernen, damit zu leben und das jeden Tag erneut.
Das Buch beinhaltet auch einige Seiten die Jill geschrieben hat.
Ich saß im Sommer auf der Terrasse und es ging mir nicht besonders gut. Da hörte ich Jills Stimme tief in mir drinnen. Ich hatte schon von Nach-Tod-Kontakten gelesen, aber dass ich Jill so real hören würde, darauf war ich nicht vorbereitet.
Jill sagte zu mir: "Mama, nimm dir einen Stift und Papier. Ich erzähle dir jetzt genau wie ich meinen Tod erlebt habe. Schreib es auf."
Ich habe es aufgeschrieben und ich bin fest davon überzeugt, dass es Jills Worte sind die ich da zu Papier gebracht habe.
Wenn Sie neugierig geworden sind, oder ähnliches erlebt haben, oder einfach nur Trost suchen, können Sie alles lesen in:
"Mit Trauer leben und Mein Himmel ist gleich nebenan"
Mittwoch, 31.05.2006, 21:02
+ + + 1.Auflage + + + Gedichte für Jill + + +
Ich weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin Gedichte zu schreiben. Ich habe nach Jills Tod plötzlich damit angefangen. Ich habe bis heute keine Ahnung wo all die Worte dafür hergekommen sind. Eigentlich sind die schönsten Gedichte in den tiefsten Phasen meiner Trauer und den damit verbundenen Depressionen entstanden. Jill wurde am 1. Dezember 2002 von einem Autofahrer getötet der sich mit einem anderen Autofahrer ein Rennen lieferte. An einem Bahnhof, auf einer ganz normalen Straße. Ihre Verletzungen waren so schwer, dass sie ins Koma fiel und daraus auch nicht wieder erwachte. Sie verstarb in unseren Armen am 5. Dezember 2002 um 2o.40. Inge Hausmann Sonntag, 15.01.2006, 17:38
Buchvorstellung: "Jill - Eine Botschaft für Betroffene mit Essstörungen"
Das Buch mit den Tagebuchaufzeichnungen von Jill, mit den Beschreibungen und Gedichten ihrer Mutter und den Gedichten anderer Autoren hat mich sowohl als Mutter sowie als Psychotherapeutin tief berührt und bewegt:Es ist glaubwürdig und ergreifend, ein Zeugnis positiver Persönlichkeitsentwicklung und tiefer Liebe. Trotz des tragischen Unfalltodes ermutigt das Lesen.
Mit ungeheurem Mut hat Jill immer wieder Anläufe unternommen, das eigene Leben, seinen Sinn und eigene Gefühle zu finden. Und es gelang ihr! Tragisch und schmerzhaft ist, dass sie diese erfüllte Zeit nur kurz erleben konnte.
Bewundernswert das Verhalten, die Geduld, der Glaube und die Liebe der Eltern während der vielen Jahre der Erkrankung, des fast unmenschlichen Kampfes gegen die Sucht. Die Hoffnungslosigkeit und tiefen Depressionen wurden letztlich auch dadurch überwunden.
Den ergreifenden Erfahrungsbericht sollte jede Betroffene, jeder Angehörige und jede Kollegin und jeder Kollege lesen. Betroffene werden sich in vielen Beschreibungen in den Tagebuchaufzeichnungen von Jill, und viele Angehörige werden sich in den Empfindungen der Mutter wiederfinden. Alle können durch das Lesen lernen und Mut gewinnen, und Angehörige werden vielleicht ein Verständnis entwickeln können für das schwierige, belastende, und oft unverständliche Verhalten der Betroffenen.
Frau Dr. Ulrike Hannig
Klinische Psychologin
Psychologische Psychotherapeutin
In eigener Praxis
Kurzbeschreibung:
Ich habe mich dazu entschlossen, über die letzten 15 Monate im Leben meiner Tochter Jill zu berichten. Ich möchte damit Jills Botschaft niederschreiben, die sie für Betroffene hinterlassen hat. Menschen die an Bulimie, Magersucht, an Essstörungen erkrankt sind.
Jill selbst war sieben Jahre an Magersucht erkrankt. Es fing in der Pubertät mit 15 Jahren an. Hungern, Essattacken, Spucken. Das ganze Programm. Sie hatte es einigermaßen im „Griff“ bis sie ihren Körper auf ein Gewicht heruntergehungert hatte wo es in eine eigenständige Erkrankung überging, die Anorexia-Nervosa. Von da an machte eigentlich die Erkrankung mit ihr was sie wollte. Sie hatte nicht mehr den Willen aufzuhören. Außer für Essen, bzw. Nicht-Essen interessierte sie auch nichts anderes mehr. Der Tag lief nur noch nach diesem Schema ab. Das erste Mal war Jill mit einem Gewicht von 42 Kilo, bei einer Größe 1,74 Meter in einer Klinik für Essstörungen. Es folgen 13 weitere Kliniken. Als Jill die letzte Klinik, wegen ihres desolaten Zustandes aufsuchen musste, wog sie noch 32 Kilo. Auch hier verweigerte sie die Behandlung. Obwohl sterbenskrank, war sie doch nicht in der Lage die Hilfe, die man ihr dort anbot, anzunehmen. So wurde sie dann, eigentlich gegen ihren Willen, in eine psychosomatische Uni-Klinik verlegt.
Hier schaffte sie es, unter Anleitung wieder zu essen und brachte es innerhalb von 3 Monaten auf 42 Kilo. Aber dann verließ sie die Kraft. Die Therapien setzten ihr zu und sie hatte Heimweg. Sie konnte nicht anders und fing an die Behandlung zu unterlaufen, was zur Folge hatte, dass man sie „rauswarf“. Jill hätte sich zu diesem Zeitpunkt wieder einmal jemanden gewünscht, der sich ihrer angenommen hätte, weil sie nicht in der Lage war es für sich selbst zu tun. Aber die Kliniken reagieren dann immer nur mit Entlassung. Man bot ihr an nach 4 Wochen wiederzukommen, aber sie wollte nicht mehr. Sie hatte soviel Vertrauen in die jeweiligen Therapeuten gesetzt, hatte Demütigungen über sich ergehen lassen. Jetzt wollt sie es versuchen, selbst zu schaffen.
Jill hatte es geschafft. Sie hatte das erreicht, was nur wenige erreichen, die an Anorexie erkranken. Sie wollte leben. Im August 2002 wog sie 54 Kilo. Damit war sie aus der Magersucht heraus.
Am 1. Dezember 2002 wurde Jill von einem Autofahrer getötet, der mit einem anderen Autofahrer ein Rennen fuhr. An einem Bahnhof, auf einer ganz normalen Straße.
Jill war sehr gläubig, sie hatte einmal zu mir gesagt: „ Mama, was kann mir denn schon passieren, ich kann doch nie tiefer fallen als in Gottes Hände.“
Inge Hausmann.
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